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Wie (un)gesund sind eigentlich Fruchtsäfte?

Wer liebt sie nicht – frische Säfte oder Smoothies mit reichlich Vitaminen und Mineralstoffen. Doch ehe man sich versieht, fließen meist 300 Milliliter, viel schneller als man es wahr haben möchte, nämlich in wenigen Sekunden den Hals herunter und landen im Magen. Wem ist es bei solch einem leckeren Nektar auch zu verübeln? Die Zeitspanne, in welcher der Magen-Darm-Trakt den Fruchtsaft dann verarbeitet, dauert zwar keine Sekunden, doch leider auch nicht mehr als wenige Minuten. Und genau hier liegt ein großes Problem.

Was würden Sie bevorzugen – ein Glas Limonade oder lieber einen frischen Fruchtsaft? Schaut man sich die Energie sprich den Zuckergehalt in Cola, Limonade, Eistee oder eben auch Fruchtsaft an, fällt vor allen Dingen eines auf: Er ist nahezu gleich und besteht aus den Zucker-Bestandteilen Glukose und Fruktose. Soweit so gut. Der Körper und das Gehirn brauchen ja unter anderem auch Zucker, um arbeiten zu können!

Gelangen Glukose und Fruktose nun durch die Darmwand beziehungsweise Pfortader in die Leber, verwertet diese so viel Glukose, wie sie eben zum arbeiten benötigt. Der Rest der Glukose gelangt über die Blutbahn in energiebedürftige Zellen wie beispielsweise Muskelzellen oder das Gehirn, welches im Übrigen ausschließlich mit Hilfe der Glukose funktionieren kann.

Fruktose allerdings, wird nahezu komplett von der Leber „aufgesaugt“ und größtenteils in Form von Fett gespeichert.

Dies ist vermutlich der Evolution zu verdanken, um dem Körper nach der „Obsternte“ im Herbst einen Fettspeicher aufzubauen, damit dieser von seinen Reserven im Winter zehren kann. Ein weiterer Nebeneffekt von übermäßigem Fruktose Konsum ist, dass der Körper in eine Art „Energie-Speicher-Zustand“ verfällt, möglichst prall gefüllte Fettdepots anstrebt und alles speichern möchte, um ja nicht zu verhungern!

Zur Verdeutlichung: Fruchtsäfte sind nicht per se schlecht. Nur stellen sie sich die Energie- und Fruktosemenge vor, welche sie durch beispielsweise einen Orangensaft (3 Orangen) oder einen Smoothie (z.B. mit Apfel, Banane, Orange, Mango) in Rekordgeschwindigkeit durch den Körper schleusen.

Würden sie diese Mengen an Obst, unpüriert auf einen Schlag verzehren?

Der große Vorteil von unverarbeitetem Obst ist der, dass sämtliche in der Frucht enthaltenen Stoffe, wie beispielsweise Ballaststoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe, erhalten bleiben. Somit beugen sie nicht nur einer Vielzahl an Krankheiten vor, sondern fühlen sich auch gesättigt! Wer nicht auf einen hohen Saftkonsum verzichten möchte, kann kalorienarmes Gemüse, wie z.B. Spinat oder Sellerie hinzufügen oder den Saft zu 2/3 mit Wasser verdünnen.

Ein fruchtiger Tipp zum Schluss: Halten sie in allen Lebensmitteln nach der Bezeichnung „Glukose-Fruktose-Sirup“ Ausschau und meiden Sie diese bestmöglich.